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  • anitahorner3

What a Feeling!

Puah – war das ein Gefühl!


Ich habe ehrlich gedacht, dass ich jetzt sterbe. Da war er nun, der besagte Moment, in dem es darauf ankommt, ob du jetzt da durch gehst oder einen Rückzieher machst.


Zu seinem 20. Geburtstag hatte ich meinem Bruder einen Fallschirmsprung geschenkt. Die Jahre vergingen – immer wieder kam etwas dazwischen. Schliesslich habe ich mein Versprechen nach 12 Jahren endlich eingelöst.


Als ich den Gutschein gekauft habe, litt ich akut unter Kaufzwang und habe nicht wirklich darauf geachtet, dass ich keinen Tandem-Sprung gebucht hatte.


Nein, wir Spinner würden an sich Schritt 1 der Fallschirm-Lizenz machen. Will heissen: zwar mit Begleitung, aber: Alleine Springen, alleine Fallschirm öffnen und alleine landen.


Ich freute mich wochenlang riesig darauf! Bis dann der Tag kam… Nervosität und Freude wechselten sich in meinen Gedanken ab.


Noch als ich ins Tenue stieg, fragte ich mich, ob ich nicht doch auf einen Tandem-Sprung umbuchen solle. Aber: auf keinen Fall! Den ziehe ich jetzt durch! Mulmig war es mir trotzdem, als ich mit Emilie zum Flugzeug lief.


Zehn Personen waren im Pilatus, als wir abflogen. Verdammt eng, wenn dich doch plötzlich deine Platzangst einholt. Und jetzt war er da, dieser fxxxxg-Moment.


Die Tür des Flugzeugs geht auf.


Mein Bruder ist zuerst an der Reihe – installiert sich. Check-in. Check-out. Und weg war er.


Ich war an der Reihe…. Ganz ehrlich – mein ganzes Wesen war am Zittern. Vor Angst. Ich bewegte aber trotzdem meinen Körper nach vorne – nach dem Nichts!


Ich werde es durchziehen – schliesslich bin ich genau aus diesem Grund hier! Das war mein letzter klarer Gedanke.


My Turn.


Check-In. Check-Out. Schwupps! Mit 200 Sachen durch die Luft zu fliegen – das macht dich wach!

Es dauerte viele Sekunden, bis ich überhaupt kapierte, was los war. Bis mir die Trockenübungen am Boden wieder in den Sinn kamen.


Ich war sehr dankbar, hatte ich beide Instruktorinnen, Lydie und Emilie, fest an meiner Seite (ja, es war ein Frauensprung), die mir Zeichen gaben, wie ich die Position korrigieren soll. Und auch, wann der Zeitpunkt gekommen war, den Schirm zu öffnen.


Und dann gings los. Fallschirm geöffnet. Und zwar richtig. Uff – kein Twist, kein Loch im Stoff. Mit dem Ding kann ich landen. Ab da war es nur noch reine Freude.


Ähnliche Gefühle verbinde ich mit dem Unternehmertum – irgendwann entscheidest du, loszulegen.


Manchmal hast du Angst, Manchmal weisst du, dass es nur den einen Weg, nämlich nach vorne, gibt.


Und immer wieder bist du froh, hast du die richtigen Partner an deiner Seite für dieses oder jenes Projekt, innerhalb und ausserhalb deiner Struktur.


Die Reise ist es in jedem Fall wert – und ein fast unbeschreibliches Gefühl, deine Angst überwunden zu haben.

Persönlich jedenfalls nähre ich mich immer wieder daran, vor allem wenn etwas Neues auf mich zukommt.


Wie ist es bei dir? Was gibt dir deine Power, dein Antrieb?


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